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 MINT-Pojekt in den Weitersburger Streuobstwiesen

| Biologie, 2025/26

Einmal im Jahr führt die Schönstätter Marienschule in Vallendar einen MINT-Tag mit vielfältigen Projekten aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik durch. Frauen sind in den genannten Fachbereichen häufig unterrepräsentiert. Dieser Projekttag kann den Schülerinnen bei der Studien- und Berufswahl helfen, indem sie sich in diesen Fachgebieten orientieren und erproben.

In diesem Jahr gab es im Rahmen des MINT-Tages am 21. April 2026 zum ersten Mal ein Streuobstwiesenprojekt in Zusammenarbeit mit Herrn Hens von der Weitersburger Initiative Streuobstwiesen (W.I.S.O.) und Frau Gehrlein von der Stiftung Kulturlandschaft Rheinland-Pfalz (KuLa).

Zwölf Oberstufenschülerinnen der Marienschule in Begleitung von Frau Mettler, Herrn Visosky und Herrn Ullenbruch trafen gespannt am frühen Morgen in Weitersburg ein. Nach einer kurzen Begrüßung durch Herrn Hens starten sie ihre Arbeit in dem besonderen Kulturraum mit einem kurzen Spaziergang und schärfen alle ihre Sinne für die originale Begegnung, indem sie mit Abstand voneinander und ohne zu sprechen unterwegs sind. Erster Eindruck: „Ein sehr vielfältig strukturierter Raum und schöne Natur, aber auch beeinträchtigt, weil man zum Beispiel die vielen Vogelstimmen wegen des Lärms von der Autobahn nicht gut hören kann. Der Raum verändert sich gerade, junge und ältere Bäume sind zu sehen. Er wird von Jung und Alt, Spaziergängern und Sportlern genutzt.“ Es ist ein Natur- und Kulturraum, der einen Strukturwandel erfährt. In Kleingruppen wurden nun prägende Geofaktoren des Raumes an den Stationen „Obstbaum als Lebensraum“, „Totholz“ und „Boden“ untersucht. Mit besonderer Begeisterung entdecken die Schülerinnen die Artenvielfalt in der Streuobstwiese mit Hilfe von speziellen Bestimmungs-Apps. In der anschließenden Präsentation und Diskussion der Ergebnisse wurde die aktuelle Rolle dieses speziellen Raumes deutlich: Produktion von Nahrungsmitteln, Erhaltung eines Genpools alter Obstorten, Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Landschaftsbild und regionale Identität, Erholungswirkung auf den Menschen und Lärmschutz, Relevanz für Klimaschutz und -anpassung. Aber auch ein weiterer Aspekt wurde herausgearbeitet: Jeder kann sich im Natur- und Umweltschutz engagieren und etwas bewegen. Das eigene Engagement zum Beispiel bei der Weitersburger Initiative Streuobstwiesen kann regional sehr effektiv sein und dazu auch noch Spaß machen.

Zum Abschluss der praktischen Arbeit wurden Produkte aus der Streuobstwiese verkostet: von W.I.S.O. selbst hergestellter Apfelsaft und Apfelchips, Trockenfrüchte und Apfelkuchen.

Die Produkte fanden bei den Schülerinnen großen Anklang und sie waren begeistert von der Organisation und der leidenschaftlichen Projektbegleitung durch Herrn Hens und Frau Gehrlein. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich alle einig ware, dieses MINT-Projekt auch in Zukunft durchzuführen.

Bericht von Ernst Hens und Klaus Ullenbruch