SMS-Nachrichten
Vorweihnachtlicher Gottesdienst am letzten Schultag vor den Ferien
Wenn sich alle Schülerinnen der Klassen 5-13 mit ihren Lehrkräften zur ersten Stunde in Richtung Pilgerkirche bewegen, wenn die Kirche bereits in weihnachtlichem Festschmuck erstrahlt, sich der Schulchor einsingt und das Orchester-Ensemble die Instrumente stimmt, dann ist der letzte Schultag vor den ersehnten Weihnachtsferien gekommen.
Die Klasse 10b stimmte die versammelte Schulgemeinschaft am 19.12.2025 auf die vor uns liegende Festzeit ein. Die Klasse hatte den Gottesdienst unter das Thema „Friedenslicht von Betlehem“ gestellt. Zwei Schülerinnen erläuterten es zu Beginn der Feier:
„Heute möchten wir euch das Friedenslicht von Bethlehem vorstellen. Es ist nur eine kleine Flamme – und doch trägt sie eine große Botschaft: Frieden, Hoffnung und Zusammenhalt.
Das Friedenslicht wird jedes Jahr in Bethlehem, dem Ort der Geburt Jesu, entzündet. In der Geburtsgrotte wird eine Kerze am ewigen Licht angezündet. Von dort macht sich die Flamme auf den Weg in die Welt – als Zeichen dafür, dass Frieden dort beginnt, wo Menschen ihn weitergeben.
Gut geschützt reist das Friedenslicht mit dem Flugzeug nach Wien. Dort findet eine große Aussendungsfeier statt. Von Wien aus wird das Licht an viele Länder in Europa weitergegeben.
Auch nach Deutschland kommt das Friedenslicht. Pfadfinderinnen und Pfadfinder bringen es in Städte, Dörfer, Schulen und Kirchen. So verbindet eine einzige Flamme viele Menschen miteinander.
Auf seinem Weg ist das Friedenslicht von Bethlehem mit dem Flugzeug nach Wien gekommen, dann ging es mit dem Zug weiter nach Deutschland. Letzten Sonntag wurde in Aarbergen bei Wiesbaden das Friedenslicht durch den Limburger Bischof in seinem Bistum ausgesandt. So kam es dann in dieser Woche nach Molsberg im Westerwald, wo es nun in einer kleinen Waldkapelle brennt. Und seit heute Morgen ist es nun hier in der Pilgerkirche von Vallendar. Viele Menschen haben es dabei behütet und weitergetragen.
Das Friedenslicht erinnert uns daran: Frieden ist zerbrechlich. Frieden braucht Menschen, die ihn weitertragen. Jede und jeder von uns kann ein Licht für andere sein.
Auch heute wird dieses Licht gleich zu uns in die Kirche getragen. Lasst uns dabei still werden und daran denken: Wo wir rücksichtsvoll sind, wo wir helfen, wo wir vergeben, dort wächst Frieden.“
Im Anschluss an diese Einstimmung wurde das Friedenslicht von zwei Schülerinnen hereingetragen.
Als Hinführung zur alttestamentlichen Lesung erklärten zwei weitere Schülerinnen: „Der Prophet Jesaja spricht von Dunkelheit – und von Licht. Das Licht kommt nicht als Macht, sondern als Kind. Es bringt Frieden, der nicht laut ist, sondern leise.
Das Friedenslicht von Bethlehem erinnert uns daran: Auch ein kleines Licht kann Dunkelheit vertreiben. Frieden beginnt dort, wo wir ihn weitergeben.“
Es folgte die Lesung aus dem Buch Jesaja (9, 1-6): „Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht. Über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. Sein Friede hat kein End.“
Pfarrer Laskewicz trug das Evangelium vor (Lukas 2, 10-14): „Der Engel sagte zu den Hirten: ‚Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr.‘ Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens.“
In seiner Predigt machte der Pfarrer der Vallendarer Pfarrei deutlich, dass der Friede immer mit dem ersten Schritt anfange. Jeder müsse etwas dazu beitragen, dass Friede verwirklicht werde.
Darum wurde in den Fürbitten gebetet:
„Gott schenkt uns in Weihnachten sein Licht – ein Licht des Friedens, das aus Bethlehem kommt und in unsere Welt getragen wird. Mit dem Friedenslicht bringen wir unsere Bitten vor Gott.
1. Für die Menschen in den Kriegsgebieten der Welt, besonders in der Ukraine und im Gazastreifen: Dass das Friedenslicht Hoffnung schenkt, Gewalt beendet wird und Wege zum Frieden gefunden werden.
2. Für alle, die unter Angst, Flucht und Verlust leiden, für Kinder, Familien und alte Menschen, die kein sicheres Zuhause haben: Dass das Licht von Bethlehem ihnen Schutz, Trost und Menschen an ihre Seite stellt.
3. Für Familien, in denen Streit, Sprachlosigkeit oder Verletzungen herrschen: Dass das Friedenslicht hilft, neu aufeinander zuzugehen, zuzuhören und zu vergeben.
4. Für unsere Schulklassen und unsere Schule: Wo es Streit, Ausgrenzung oder Mobbing gibt, lass dein Friedenslicht Respekt, Mut und einen fairen Umgang miteinander wachsen.
5. Für uns selbst: Dass wir das Friedenslicht nicht nur anschauen, sondern weitertragen – durch Worte, Taten und Entscheidungen, die Frieden schaffen.
Guter Gott, du hast uns Jesus Christus als Licht des Friedens geschenkt. Nimm unsere Bitten an und begleite uns auf unseren Wegen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.“
Nach der Eucharistiefeier sprachen Scülerinnen vom Ambo aus folgendes Gebet:
„Gott, wir stehen hier mit einem kleinen Licht in der Hand. Es kommt aus Bethlehem, dem Ort, an dem Jesus geboren wurde. Dieses Licht ist klein – und doch erinnert es uns daran, dass Dunkelheit nicht das letzte Wort hat. Wir denken an eine Welt, in der Menschen im Streit leben, in der Krieg, Angst und Gewalt herrschen. Wir denken an die Orte, an denen Frieden so dringend gebraucht wird – in Ländern, in Städten, und auch ganz nah bei uns.
Manchmal beginnt Unfrieden im Kleinen: in Worten, die verletzen, in Schweigen, das trennt. Lass dein Friedenslicht in unseren Herzen leuchten, damit wir mutig werden, aufeinander zuzugehen. Schenke uns Augen, die hinschauen, und Hände, die helfen. Schenke uns Worte, die aufbauen, und Schritte, die zum Frieden führen.
Gott, lass uns Trägerinnen und Träger deines Friedenslichtes sein – heute, morgen und überall dort, wo Dunkelheit ist. Amen.“
Während des Gottesdienstes zog ein großer Stapel mit Weihnachtspäckchen die Blicke auf sich. 60 liebevoll verpackte Kartons warteten auf sie Übergabe an den Adressaten. Diese wurde von den Schülersprecherinnen der Realschule plus und des Gymnasiums vorgenommen. Sie überreichten Frau Eichenberg die Weihnachtsgabe der Klassen und der Wohltäter aus der Schulgemeinschaft, die Lebensmittel, Hygieneartikel und Spielzeug für bedürftige junge Mütter und deren Kinder eingekauft und verpackt hatten. Frau Eichenberg erläuterte die Aufgaben des Vereins „Lichtzeichen e.V.“ und illustrierte anschaulich, wie durch die Geschenke der SMS ganz konkret Not gelindert und Friede verbreitet würde.
Am Ende des Gottesdienstes sprach Sr. M. Gabriele Dankesworte und wünschte der ganzen Schulgemeinschaft frohe und gesegnete Weihnachten.
Möge das Friedenslicht von Betlehem, das die gottesdienstliche Feier der SMS erhellt hat, allen in den Ferien leuchten und über dem neuen Jahr erstrahlen.