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Reisebericht von der Französisch-Austauschfahrt in die Bretagne

| Französisch, Erasmus+, 2023/24

Der organisatorische Aufwand einer Austauschfahrt ist beachtlich. Dank des enormen Einsatzes und des bewährten Organisationstalents von Frau Hannuschke und Frau Löhnert konnte auch in diesem Jahr eine Austauschbegegnung mit unserer Partnerschule, dem privaten Collège Sainte Geneviève in Rennes, durchgeführt werden. Französischschülerinnen aus sieben Klassen des Gymnasiums und der Realschule (8a, 8b, 8c, 8d, 9a, 9b, 9d) ergriffen die Chance und profitierten von dieser einzigartigen Erfahrung. Das Treffen in Vallendar fand bereits im April gemeinsam mit dem Collège Saint Stanislas aus Plouër-sur-Rance statt. Der Gegenbesuch vom 4. bis 12. Juni 2024 führte anschließend nach Rennes und in die nähere Umgebung der bretonischen Hauptstadt.

Zum ersten Mal wurde die Austauschfahrt durch das Erasmus+-Programm gefördert. Dadurch standen neben dem Erwerb sprachlicher Kompetenzen insbesondere die Themen Nachhaltigkeit und Artenschutz auch Werterziehung und der kulturell-religiöse Aspekt im Mittelpunkt.

Unter dem Projektthema „Leben am Meer – nachhaltiger Umgang mit dem Ökosystem der Küstenregion Bretagne“ arbeiteten die deutschen und französischen Schülerinnen während der gesamten Woche in gemischt-nationalen Gruppen zusammen. Französisch und Englisch dienten dabei als gemeinsame Kommunikationssprachen.

Nach der Anreise am Dienstag verbrachten die Schülerinnen ihren ersten Abend in den Gastfamilien.

Am Mittwoch lernten sie ihre Partnerschule kennen, nahmen am Unterricht – insbesondere in den MINT-Fächern – teil und planten gemeinsam den Projektverlauf. Bei einer Erkundung der Stadt Rennes und des Flusses Vilaine beschäftigten sie sich mit Flora und Fauna, den Auswirkungen von Hochwasser und Versandung sowie dem Einfluss des Fluss- und Meeresökosystems auf das Leben der Menschen.

Beim anschließenden Bunten Abend präsentierten die deutsch-französischen Gruppen ein gemeinsames Bühnenprogramm mit Liedern, Tänzen und kleinen Theaterstücken.

Der Donnerstag führte die Gruppe nach Saint-Malo. Neben der Besichtigung des historischen „La Demeure du Corsaire“ stand vor allem das Thema Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. Gemeinsam mit der Organisation „Initiatives Océanes“ beteiligten sich die Schülerinnen an einer Strandreinigungsaktion und setzten sich mit den Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Meeresumwelt auseinander.

Am Freitag wurden die Erkenntnisse der Vortage im Rahmen der Projektarbeit ausgewertet und Strategien zur Vermeidung von Müll in Küstenregionen entwickelt. Am Nachmittag erkundeten die Schülerinnen bei einer Fahrradtour entlang der Vilaine verschiedene Schleusen und lernten deren Bedeutung für die Wasserwirtschaft der Region kennen.

Das Wochenende verbrachten die Schülerinnen in ihren Gastfamilien. Dabei lernten sie den französischen Alltag, Familienleben, Essgewohnheiten und die Küstenlandschaft der Bretagne aus nächster Nähe kennen.

Ein weiterer Höhepunkt war die Fahrt zum Mont-Saint-Michel. Bei einer Führung durch die weltberühmte Abtei erhielten die Schülerinnen Einblicke in die religiöse und weltliche Geschichte dieses UNESCO-Weltkulturerbes. Während einer geführten Wattwanderung erweiterten sie ihr Wissen über das empfindliche Ökosystem Wattenmeer und dessen Bedeutung für Natur- und Artenschutz.

Am letzten gemeinsamen Projekttag reflektierten die deutsch-französischen Gruppen ihre Erkenntnisse und entwickelten Ideen, wie Jugendliche selbst zum Schutz der Meere beitragen können. In einem kreativen Workshop gestalteten sie Pop-up-Karten zum Thema „Ökosystem Meer“, deren Verkauf Erhaltungsprojekte unterstützt. Eine Stadtrallye durch Rennes rundete das Programm ab.

Wenn die Schülerinnen an ihre Austauschfahrt zurückdenken, erinnern sie sich an den Unterricht an der französischen Gastschule, an die gemeinsame Projektarbeit, an zahlreiche Exkursionen sowie an das Leben in den Gastfamilien. Sie erweiterten ihren französischen Wortschatz, bauten Hemmungen beim Sprechen ab und lernten die Bretagne, das französische Schulsystem sowie das Leben an einer katholischen Privatschule in einem laizistischen Staat kennen.

Darüber hinaus leistete das Erasmus+-Projekt einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung. Neue Freundschaften entstanden, Offenheit gegenüber anderen Kulturen wurde gestärkt und das gemeinsame Engagement für Nachhaltigkeit und den Schutz der Schöpfung machte deutlich, wie europäische Zusammenarbeit konkret gelebt werden kann.

Das “Abenteuer Austauschfahrt” leistet einen spürbaren Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung. Allein sich auf das Leben in der französischen Gastfamilie und in fremder Umgebung einzulassen, führt zu einen Entwicklungsschub. Eine Woche im Ausland schult, sich auf fremde und unbekannte Situationen einzulassen und zu erfahren, dass man auf sich und andere vertrauen kann. Es entstanden neue Freundschaften zwischen französischen und deutschen Jugendlichen, Toleranz und Offenheit Fremdem gegenüber war gefordert und nicht zuletzt wurde Interesse geweckt, derartige Erfahrung in einem anderen Kontext zu wiederholen und zu vertiefen. Wie gut, dass wir als Erasmus+-Schule von diversen Förderprogrammen profitieren. Wie großzügig die Unterstützung ist, das können die teilnehmenden Schülerinnen und ihre Familien bestätigen.

Alors: A la prochaine! Profitez-en!